Die Große Koblenzer Karnevalsgesellschaft, im Volksmund kurz „die Große” genannt, ist mit ihrer über 160jährigen Geschichte die zweitälteste karnevalistische Korporation in Koblenz.
Das Gründungsjahr 1847 war ein Jahr des politisch wie auch gesellschaftlich geprägten Umbruchs, der ein Jahr später, im Jahre 1848, zur so genannten deutschen Revolution führte.
Der Grundgedanke des Karnevals, Obrigkeit zu ertragen, aber nicht einfach hinzunehmen und diese schließlich in Form von Kostümen und Reden zu persifl ieren, war die Leitidee der Gründerväter. Eine Idee, die von „der Großen” auf Sitzungen und Umzügen bis heute weitergelebt wird.
Karneval als gewachsenes Brauchtum einer positiven Lebenseinstellung in weltoffener Toleranz, das sind die tragenden Elemente auf die die „Große” heute baut.
Seinen heutigen Namen trägt der Verein erst seit dem Jahre 1910.
Die „Große” wurde schon immer von Urkarnevalisten getragen und geprägt.
In der Vergangenheit waren das unter anderem die Gebrüder Leo, Jupp und Peter Dommermuth, Willi Hörter, Manfred Gniffke, Dieter Siefarth, Karl Rosenbaum, Rolli Diell oder Dieter Rüttgers.
Heute zählen dazu Hans Nobel, Leo Wingen, Dr. Albert Esser oder die Nachwuchsredner Dorian Crecelius und Tobias Bilo.
Dazu kommen die Garden, der Elferrat, die Hotzels, die Altstadtpänz und die verschiedenen Tanzgruppen.
Vereinsleben
Die „Große” hat heute mehr als 350 aktive und inaktive Mitglieder, die sich der Pfl ege des Koblenzer Brauchtums und der „Kowelenzer Moddersproch” verschrieben haben. Sie gilt dafür als Garant im Koblenzer Karneval.
Das Vereinsleben wird durch die vielen Aktivitäten der einzelnen Abteilungen geprägt.
Neben den Vorbereitungen und Proben für die jeweils nächste Kampagne, bietet der Verein seinen Mitgliedern verschiedene Möglichkeiten der aktiven Gestaltung.
Ob Pflege der Gemeinsamkeit bei Ausflügen oder Sommerfesten, Förderung des Nachwuchses für die „Bütt”, die Große zeigt nicht nur zu Karneval, sondern ganzjährig Präsenz.
So auch bei den Veranstaltungen „Kowelenzer Weihnacht” im Kurfürstlichen Schloss oder der „Gruußen Gala” im Café Hahn in Güls.
Tradition hat Zukunft
In unserer heutigen schnelllebigen Zeit, in der Ideale und Werte immer mehr verfallen, ist es ganz besonders wichtig, Tradition zu erhalten. Die „Große” stellt sich dieser Verantwortung und versteht sich als gesellschaftliche Institution, die nicht an verkrusteten Strukturen festhält, sondern einen flexiblen Umgang mit der Tradition pfl egt, ohne ihren Charakter zu verändern. Offen sein für Neues, Karneval als Ausdruck von Lebensfreude zu begreifen und zu leben, das ist ein unverzichtbarer Wert, dem sich die „Große“ heute und in Zukunft verpflichtet fühlt.
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